Aktionskonsens

Der Aktionskonsens ist der verbindliche Rahmen für alle gewaltfreien direkten Aktionen innerhalb einer Extinction-Rebellion-Kampagne. Wenn du an einer XR-Aktion teilnimmst, dann verpflichtest du dich dazu, den Aktionskonsens in Wort und Tat umzusetzen.

Unser Handeln will auf die ökologische Krise aufmerksam machen, in der wir uns befinden. Wir tun dies, um dieses Land und die Erde, unser aller Heimat, zu beschützen. Wir rebellieren gegen das Aussterben, von dem wir Menschen und alle anderen Lebewesen, mit denen wir den Lebensraum Erde teilen, bedroht sind.

Wir arbeiten mit anderen Gruppen und Netzwerken in Österreich und auf internationaler Ebene zusammen und unterstützen sie durch eine Kombination von Bezugsgruppen-Aktionen sowie größeren Events. Wir respektieren, dass Bewegungen vielfältig sind und wir unter diversen Umständen unterschiedliche Taktiken wählen.

Wir werden zu jeder Zeit größtmögliche Rücksicht auf Mitglieder der Zivilgesellschaft nehmen, die ihren Alltagstätigkeiten nachgehen. Wir verstehen, dass ArbeiterInnen, die durch unser Handeln gestört werden, auf ihre Arbeit angewiesen sind, um für sich und ihre Familien zu sorgen. Wir würden uns wünschen, dass diese Störungen nicht notwendig wären, gleichzeitig wissen wir, dass das politische, wirtschaftliche und soziale System, in dem wir leben, uns dazu zwingt, disruptive Maßnahmen zu ergreifen. Vor allem durch Aktionen auf öffentlichen Plätzen und in Städten, die das öffentliche Leben stören, können wir genug Aufmerksamkeit für unsere Anliegen erzeugen.

Bei unseren Aktionen und in der Kommunikation mit der Zivilgesellschaft, der Polizei  und den Regierenden verpflichten wir uns zu jeder Zeit strikt zur Gewaltfreiheit und behandeln jeden Menschen mit Würde und Respekt. Gewaltlosigkeit ist ein Privileg, das weltweit nicht allen Menschen zur Verfügung steht, daher anerkennen wir unser Privileg, indem wir jederzeit gewaltfrei handeln. Wir sind uns bewusst, dass Gewaltlosigkeit für den Erfolg unserer Kampagne entscheidend ist.

Wir gehen ruhig und vorsichtig vor und bemühen uns, niemanden (einschließlich uns selbst) zu gefährden.

Wir handeln ausnahmslos nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen.

Wir informieren uns laufend über die rechtlichen Konsequenzen unseres Handelns und übernehmen die Verantwortung für dieses.

Wir schaffen eine regenerative Kultur, indem wir auf uns selbst und einander achten, um effektiv handeln zu können und dauerhaft handlungsfähig zu bleiben.

Sicherheit hat zu jeder Zeit einen hohen Stellenwert.

Wir planen Aktionen sorgfältig und achten darauf Rettungswege möglichst nicht zu blockieren.

Wir handeln nicht ohne vorherige Schulung und ohne uns der Konsequenzen unseres Handelns bewusst zu sein.

Neben Protestaktionen und dem Ausüben zivilen Ungehorsams, fördern wir konstruktive direkte Maßnahmen zur Lösung der Klima- und Biodiversitätskrise, die alle Lebewesen betrifft. Dies tun wir u.a. durch die Schaffung einer regenerativen Kultur, die uns dabei unterstützt, in stärker vernetzten und kooperativen Gemeinschaften an diesen Lösungen zu arbeiten.

Wir erzählen von positiven Veränderungen, um andere zum Handeln zu ermutigen. Dadurch schaffen wir ein starkes Narrativ, dass unsere Opposition zu den gescheiterten „business as usual“-Herangehensweisen vervollständigt.

Als AktivistInnen im globalen Norden erkennen wir unser Privileg kollektiv an. Wir sind in einem stetigen Reflexionsprozess, um zu verstehen, wie vielfältig sich dies auswirkt. Wir erklären uns solidarisch zu sozialen Bewegungen und zu Bestrebungen zur Klimagerechtigkeit außerhalb Österreichs und anerkennen, dass unser Ringen um die jeweiligen Ziele miteinander verbunden ist.