Wir rebellieren ab 7.Oktober in Wien – und weltweit!

Wir rebellieren ab 7.Oktober in Wien – und weltweit!

In den Hauptstädten von mehr als 60 Ländern wird Extinction Rebellion ab 7.Oktober mit groß angelegten gewaltfreien Störaktionen ein rasches Handeln der Regierungen einfordern: die Erde brennt, und zwar in Sibirien wortwörtlich. Wenn wir Klimakatastrophe und ökologischen Kollaps noch aufhalten wollen, dann müssen wir jetzt die Notbremse ziehen! Es handelt sich um einen Notfall – also nehmt euch frei und rebelliert mit uns in Wien!

Der Sommer 2019 war ein heißer, trockener und beängstigender Sommer. Die Nachrichten aus aller Welt brachten, noch stärker als in den Jahren zuvor, eine Hiobsbotschaft nach der anderen.

Ein paar Auszüge:

Bis zu einer Million Arten sind durch menschliche Aktivitäten vom Aussterben bedroht. Das Eis in der Arktis und Antarktis schmilzt viel, viel schneller, als die schlimmsten Befürchtungen es uns hätten vermuten lassen. Die Taiga brennt von Alaska bis Sibirien. Auf der ganzen Nordhalbkugel fallen im Takt der gnadenlosen Hitzewellen Woche für Woche die Temperaturrekorde.

In Österreich raffen Trockenheit, HItze und Borkenkäfer die Fichtenbestände dahin, Gletscher wie etwa auf dem Dachstein werden bald der Vergangenheit angehören und die Landwirtschaft hat schon heute durch die veränderten Witterungsbedingungen Einbußen zu verzeichnen. Eingeschleppte Arten machen sich dank der milderen Winter bei uns breit und verdrängen heimische Spezies oder bereiten Allergiker*innen Kummer.

In Indien und weiten Teilen Südostasiens bleibt der Regen lange Zeit aus. In China und Afrika machen Monsterstürme zehntausende Menschen obdachlos. Der mittlere Westen der USA versinkt unter Hochwasser. Der arktische Permafrost schmilzt an zahlreichen Stellen so schnell, wie erst für Ende des 21. Jahrhunderts vorausberechnet.

Unsere fleischlastige Ernährung verbraucht einen Großteil der eisfreien Landfläche der Erde, während die Insektenbestände und mit ihnen die gemeinsame Basis vieler Ökosysteme dahingerafft werden. Der Amazonas-Regenwald nähert sich dank immer schnellerer, rücksichtsloser Abholzung einem Kipp-Punkt, an dem sich die Restbestände nicht mehr erhalten können und von selbst zusammenbrechen. Die Meere werden weiterhin unbekümmert ausgebeutet und mit Plastik zugemüllt. Die Zeit läuft uns davon – wir stehen kurz davor, das Klimasystem Erde an mehreren Punkten zum Kippen zu bringen. Dann bewegen wir uns unaufhaltsam in eine um mehrere Grad heißere Zukunft, von der wir heute noch nicht einmal wissen, ob wir Menschen darin überhaupt überleben können. 

Ja: die Welt beginnt gerade wirklich, unterzugehen. Das ist der ökologische Ernstfall. Wir erleben gerade jenes Horrorszenario, vor dem die Wissenschaft uns seit Jahrzehnten verzweifelt warnt. Es ist ein Notfall. Wir steuern unseren fragilen, kleinen Planeten mit Vollgas auf eine Wand zu. Bisher völlig ungebremst. Was müssen wir also tun, um das Tempo des Aufpralls so weit zu reduzieren, dass wir ihn überleben können?

Es ist nicht wirklich kompliziert: wir müssen sofort die Notbremse ziehen!

Bis Ende 2020 geben politische Beobachter*innen und Wissenschaftler*innen der Weltgemeinschaft, um entschieden gegenzusteuern. Danach ist es wohl für vieles zu spät.

Die österreichische Politik setzt derweil auf das „Trend“- Thema Klimaschutz. Netto-Null-Emissionsziele geistern herum. 2040 scheint der neue Konsens unter den Parteien zu werden. Ein Ideenwettbewerb, wie wir dahin kommen sollen ist im Gange. Von Solarpanelen auf Bundesgebäuden, einer CO2-Steuer und einer Mitmachbewegung reden die politischen Parteien. Während die Ökosysteme der Erde im Sterben liegen, sorgt man sich auf den Regierungsbänken in Europa und der Welt weiterhin vor allem um eines: die Wirtschaft muss wachsen – anscheinend bis ins Grab.

Netto-Null-Emissionen bis 2040 sind keine Notbremsung, sondern eine gefährliche Fahrlässigkeit, die auf viel zu optimistischen und längst von der geophysikalischen Realität überholten Prognosen beruht. Wir fordern, dass die reale Gefahr endlich erkannt wird und dafür stehen wir bis zur letzten Konsequenz bereit – gewaltfrei, lautstark und mit unbändiger Liebe!

Forderung 1: Sagt die Wahrheit. Die neue Bundesregierung muss die Bevölkerung umfassend über den Ernst der Lage informieren und Möglichkeiten aufzeigen, was jetzt getan werden kann.

Forderung 2: die neue Regierung muss eine umfassende gesellschaftliche und wirtschaftliche Mobilisierung einleiten, damit die österreichischen Emissionen an Treibhausgasen ab spätestens 2025 Netto Null erreichen. Verbliebene Ökosysteme müssen sofort geschützt, und beschädigte so weit wie möglich wiederhergestellt werden.

Forderung 3: Die neue Bundesregierung muss eine unabhängige, repräsentative Bürger*innenversammlung einberufen, welche die notwendigen Maßnahmen mitgestaltet und überwacht.

Nicht finanzstarke Lobbys oder von Wiederwahl-Interesse geplagte Parteien sollen darüber bestimmen, ob und wie Österreich dieser großen Verantwortung gerecht wird, sondern Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung, aus allen Bundesländern und aus allen Berufsgruppen. Wir beginnen in den nächsten Wochen, Menschen aus ganz Österreich unseren gewaltfreien, aber entschlossenen Ansatz näherzubringen. Die Politik muss endlich zur Vernunft gebracht werden! Wir werden mit Talks, Trainings und kleineren Aktionen im ganzen Land unterwegs sein und wollen damit so viele Menschen wie möglich erreichen.

Die International Rebellion in London hat gezeigt, was gewaltfreier ziviler Ungehorsam bewegen kann. Bis dahin Undenkbares war plötzlich möglich: die ökologische Katastrophe ist in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen, Klimanotstände werden ausgerufen und ganze Wahlkämpfe werden zu “Klimawahlen” erklärt. Doch das ist bei weitem nicht genug! Es fehlen nach wie vor konkrete, radikale Maßnahmen, die die Emissionen schnell genug senken und das Artensterben bremsen. 

Wir haben diesen Herbst eine der wahrscheinlich letzten Gelegenheiten, das Ruder unserer Gesellschaft ein ordentliches Stück in die rettende Richtung zu bewegen. Die Politik hat wertvolle Jahre und Jahrzehnte mit wertlosen Lippenbekenntnissen und Symbolpolitik vergeudet. Zeigen wir der Politik, dass wir echte, radikale Maßnahmen wollen! Zeigen wir der Politik, dass unser aller Überleben wichtiger ist als Quartalszahlen. Zeigen wir der Politik, dass wir nicht länger bereit sind, sehenden Auges in den Abgrund zu rasen!Es ist Zeit, zu rebellieren!

In eigener Sache:

wir suchen aktuell nach tatkräftiger Unterstützung in einigen Bereichen! Von Rechtsberatung, Finanz-Know-How, Logistik, Kunsthandwerk über Transparente malen bis zu Kompetenzen in Yoga oder Meditation suchen wir neue Rebels. Jeder Beitrag ist wertvoll!

Bei Interesse, Rebell*in zu werden, schickt uns bitte ein Mail an “mitmachen[ät]nullxrebellion[punkt]at”