Alle Infos zur Rebellion der Tropfen – Start 17.05.2021

von Apr 10, 2021Allgemein, Ankündigungen, Infos zu Aktionsformen

Start der “Rebellion der Tropfen”

Grossaktionen der Rebellionswelle werden auf Herbst verschoben, dezentrale Kleingruppenproteste starten neue Aktionsform ab 17.05.2021


Die Corona-Pandemie mit den nach wie vor hohen Infektionszahlen stellt uns vor die Herausforderung, unsere Rebellionswelle im Mai so zu gestalten, dass wir einserseits öffentlichkeitswirksam rebellieren und anderseits gesund bleiben und für unsere Aktionen öffentliche Akzeptanz bekommen. Die Verschiebung der Welle auf den Herbst ist für alle, die sich darauf gefreut haben, traurig. Aber das Welle-Koordinationsteam hat für die Situation eine kreative und wirkungsvolle Lösung gefunden: Anstelle von wenigen konzentrierten Massenaktionen in Wien wollen wir viele dezentrale Aktionen in kleinen Gruppen machen. Wir nennen die neue Strategie “Rebellion der Tropfen” und sehen sie als Vorbereitung der nächsten Rebellion im Herbst, wo die vielen Tropfen zu einer großen Welle werden. Die Planungsteams für diese Welle arbeiten bis dahin mit viel Zeit weiter und sind immer auf der Suche nach tatkräftiger Unterstützung.

Zum Auftakt organisieren wir am 15. Mai in Wien eine COVID-sichere Aktion, die ein deutliches Zeichen gegen handlungsunfähige Politik setzen wird. Ab Montag dem 17. Mai gehen wir dann unter dem Aktionstitel “Rebellion der Tropfen” in ganz Österreich in Kleingruppen auf die Straßen, um die Themen Klimakatastrophe und Biodiversitäts-Kollaps ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. 

Bei diesen Aktionen zeigen Einzelne, dass sie angesichts der ökologischen Krisen nicht bereit sind, weiter bei der Illusion eines Business as Usual mitzumachen. Sie demonstrieren ihre Betroffenheit durch radikale Formen des Protests und durch gewaltfreien zivilen Ungehorsam. Sie verlassen ihre Komfortzone, weil sie erkannt haben, dass der drohende ökologische Zusammenbruch nur durch eine umfassende Transformation aufgehalten werden kann. Steter Tropfen höhlt den Stein, und viele Tropfen vereinigen sich zu einer Welle! 

Geplant sind mindestes 5 dieser “Tropfen” in Wien, in den Bundesländern je nach Kapazität.

Aktionsformate Rebellion der Tropfen
ab 17.05.2021 

Checkliste und Rechtsinfo findest du weiter unten!

Strassenblockaden in Kleingruppen (Tropfen)

Ablauf:
Mindestens 3 geschulte Arrestierbare blockieren gemeinsam an einem Zebrastreifen den Verkehr und sperren dort stehend mit einem Banner die Straße, jeweils mit 2m Abstand voneinander. Die Blockadestelle wird dabei so gewählt, dass die Autofahrer*innen nicht “festsitzen”, sondern zur Seite ausweichen können – es wird also die Auffahrt zu einer Straße gesperrt, nicht die Abfahrt davon. Wenn die Polizei kommt, dann setzen sie sich hin und warten darauf, weggetragen zu werden. 
Persönliche, am Körper getragene Botschaften zusätzlich zum Banner (siehe Rebellion of One in DE) rücken die eigene Verwundbarkeit zusätzlich in den Fokus. 
Die Verwendung eines Banners ist aus Sicherheitsgründen notwendig (sonst können Menschen leichter versucht sein, durch die Blockade durchzufahren), solange der Verkehr nicht von der Polizei umgeleitet wird.

Die Tropfen sollen ein schnell umsetzbares Format sein, das allen Menschen offen steht, die auch in Pandemiezeiten gewaltfrei zivilen Ungehorsam leisten wollen. Da dieses Aktionsformat in kleinen Gruppen trotz Schutz durch das Versammlungsrecht ein höheres Risiko für die Beteiligten birgt, sollen Teilnehmende in Trainings und Workshops gut darauf vorbereitet werden. Für die Aktionen beachtet unbedingt unseren Aktionskonsens!

Beispiele für persönliche Botschaften

1. Ich habe Angst… , Ich bin verzweifelt …. , Ich mache mir Sorgen…

2. …eigener Text

3. …. wegen der Klimakrise/ des Artensterbens/ des ökologischen Kollaps’

Besuch bei den Medien

Was gibt es Besseres, um eine Redaktion an wissenschaftsgemäße Berichterstattung zu den Krisen des 21. Jahrhunderts zu bewegen, als einige direkt am Redaktionsgebäude angekettete oder angeklebte Aktivist*innen? Ankleben mit Superkleber (Cyanoacrylat) funktioniert auf glatten Oberflächen (Glas, Metall, Stein etc.) hervorragend, und mit Aceton (Vorsicht, könnte Plastik oder Lack beschädigen!) lässt sich der Kleber rasch (Minuten) wieder rückstandslos entfernen. Nicht unbedingt hautfreundlich (das Aceton entfernt auch die Fettschicht), aber bei seltener Verwendung ziemlich unbedenklich. Das Aceton sollte nicht in der Aktionsgruppe, sondern von einer der (nicht-arrestierbaren) Begleitpersonen mitgeführt werden.

Besuch bei Politik und Wirtschaft

Politik an die wissenschaftlichen Fakten und die damit einhergehende Verantwortung erinnern? Klimazerstörende Wirtschaftsstrukturen an den entsprechenden Gebäuden entlarven? Hier kann die obenstehende Taktik ebenso angewendet werden wie andere kreative Formate wie Bannerdrop, Beamerbotschaften, Kreidespray, Aktions-Kleistern etc. 

Banner-Drop

Gut sichtbar (und entsprechend gut gegen Absturz gesichert!!) an Brücken, Gebäuden, Baukränen oÄ. Braucht eventuell Kletterteam.

Aktions-Kleistern

Ein leicht dickflüssiger Sirup aus Wasser und viel Zucker klebt hervorragend und ist geeignet, Plakate mit wissenschaftlichen Fakten, Fachartikeln oder Temperaturkurven an Glasscheiben, Türen oder Wände zu kleben – es handelt sich dabei nicht um Sachbeschädigung, weil alles mit Wasser wieder abgeht (es ist sehr wahrscheinlich immer noch eine Verwaltungsübertretung). Begleitend zu Gebäude-Aktionen (Politik, Wirtschaft oder Medien) gedacht. Ein paar Vorlagen zum Aufkleben kannst du dir hier herunterladen.

Kreative Kunstaktionen

Angemeldet oder unangemeldet, nach Belieben. Rezepte für Farbpulver Rot “Fake-Blut” und Schwarz “Fake-Öl” kannst du unter info[at]xrebellion[dot]at erhalten. Lasst euch was einfallen. 😉

Offene Versammlungen

Wie trifft eine Gesellschaft gemeinsam schwierige Entscheidungen? Ein simulierter Bürger*innenrat mit den Menschen, die gerade da sind (also ohne Auslosen), kann das veranschaulichen. Zur Vorbereitung Absprache mit der Bundesarbeitsgruppe Bürger*innenrat. Schick uns dafür einfach info[at]xrebellion[dot]at“>ein Mail.

Hinweis:

Bei allen Aktionen regionale Medienkontakte nach Möglichkeit rechtzeitig informieren! Hilfe gibt es von unserem Presseteam. Schick uns dafür einfach info[at]xrebellion[dot]at“>ein Mail!

UNBEDINGT vor Aktionen Aktionstraining absolvieren! (anfragen )


Checkliste und Rechtsinfo

Jede Gruppe benötigt für Aktionen zivilen Ungehorsams:

Aktionsgruppe:
3-4 Arrestierbare plus 

Begleitgruppe:
1-2 Legal Observer
min. 1 Person, die Fotos / Videos für Presse und Social Media macht [LINK ZUM UPLOAD]
min. 1 Person Deeskalation/Polizeikontakt
ggf. 1-2 Personen für Outreach/Flyer verteilen (Offizielle Flyer bei uns bestellen oder Grafiken selber drucken [LINK ZUM DOWNLOAD]

Sonstiges:
Min. 1 Person (besser 2?) mit Care-Aufgaben, kann auch ein Mensch aus der Aktionsgruppe selbst sein. Arrestee-Support.

Buddies:
Buddies passen aufeinander auf und stärken sich wechselseitig. Die Arrestierbaren bilden untereinander Buddies, bei 3 Leuten in einer gemeinsamen 3er-Gruppe. Die Begleitgruppe wird ebenfalls im Buddy-System strukturiert. Mehr Infos zu Bezugsgruppen.


Rechtliches

Mit mindestens 3 Personen fällt die ganze Aktion immer noch unter den Schutz des Versammlungsrechts, das heißt: die übliche Rechtsinfo zu Verwaltungsübertretungen greift, solange man sich auf öffentlichem Grund beziehungsweise an öffentlichen Gebäuden aufhält und keine bleibenden Spuren hinterlässt. Der mögliche Strafrahmen bei der Straßenblockade bewegt sich im Rahmen des schon aus zahlreichen Aktionen Bekannten – für die anderen Aktionsformate trotzdem zur Sicherheit besser das info[at]xrebellion[dot]at“>Legal Team  kontaktieren.

Empfehlung: Ausweis und Handy zuhause lassen und einfach aussitzen. 😉

Sprüche für Banner und Schilder und Hashtags

Malt die Sprüche auf eure Banner und nutzt die Hashtags, um eure Aktion auf Social Media sichtbar zu machen.

Transformation gestalten! 

Zerstörung beenden! 

Weiter so war gestern! 

#zerstörungbeenden
#transformationgestalten
#weitersowargestern
#rebelliondertropfen

Smells like A26 Stau – Erneut Protest gegen Westring-Projekt in Linz

Smells like A26 Stau – Erneut Protest gegen Westring-Projekt in Linz

Am Samstagmittag kam es beim Linzer Hauptbahnhof auf der Kärntnerstraße zu einer unangemeldeten Straßenblockade von Extinction Rebellion (XR). Der Protest richtete sich gegen den geplanten Bau der A26. Mehrere Menschen ketteten sich mit Metallrohren aneinander fest und setzten sich auf den Asphalt, um so einen Streifen der Fahrbahn zu sperren. Die zusätzliche Belastung des übrigen, freigebliebenen Fahrstreifens simulierte, wie sich die Verdopplung des Verkehrsaufkommen durch den Bau der A26 dort anfühlen wird. “Hier wird Ihre Zukunft verbaut” oder “Smells like A26 Stau” war auf Bannern zu lesen.

Feldkirch: Mehrere Klimagruppen in gemeinsamer Aktion gegen Tunnelspinne-Desinformationskampagne

Feldkirch: Mehrere Klimagruppen in gemeinsamer Aktion gegen Tunnelspinne-Desinformationskampagne

In einer entschiedenen Aktion errichteten 100 Aktivist:innen eine bunte Straßenblockade am Tunnelspinnen-Desinformationszentrum in Feldkirch, forderten Klimagerechtigkeit und kritisierten das Tunnelspinne-Projekt. Die Aktion, unterstützt von Extinction Rebellion und internationalen Klimabewegungen, setzt die Landesregierung unter Druck, das Projekt zu überdenken.

Aktivist:innen mit bunten Bannern mit Slogans gegen das Tunnelspinne-Projekt in Feldkirch.

Klimaprotest – Ziviler Ungehorsam gegen die Tunnelspinne vor dem Landhaus trotz massivem Polizeiaufgebot

Klimaprotest – Ziviler Ungehorsam gegen die Tunnelspinne vor dem Landhaus trotz massivem Polizeiaufgebot

Heute Mittag versuchten Vorarlberger Bürger:innen erneut, sich in friedlichem Protest vor dem Landhaus in Bregenz zu versammeln. Sie wollten öffentlichen Druck auf die Landesregierung ausüben, um das fossile Megaprojekt ‘Tunnelspinne’ zu stoppen. Weil der Protest zuvor angekündigt worden war, wurde die Versammlung durch eine großräumige Polizeiabsperrung und die zusätzliche Präsenz einer Hundertschaft von Polizist:innen verhindert. Die unverhältnismäßige Maßnahme der Polizei zeigt die Unwilligkeit der Behörden, öffentliche Kritik an umstrittenen Straßenbauprojekten zuzulassen. Die ca. 80 Protestierenden blockierten daraufhin die Römerstraße vor dem Landhaus. Die Versammlung wurde bereits behördlich aufgelöst, die Polizei nahmen mehrere Personen fest.

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