Science News: Jänner und Februar 2022

von März 2, 2022News & Info

Neue umfassende Studie zur globalen CO2-Ungerechtigkeit

Die Beseitigung der extremen Armut auf der Erde würde die globalen Emissionen nur um etwa ein Prozent steigern (als extrem arm werden Menschen bezeichnet, die weniger als 1,9 Dollar am Tag zur Verfügung haben). Eine neue detaillierte Studie ergibt, dass die Angehörigen des Prozents der Weltbevölkerung mit den höchsten Emissionen durchschnittlich 75mal soviel emittieren wie die untersten 50%.

Globale Verteilung von CO2-Emissionen und CO2-Fußabdrücken. Abb. 3 aus https://www.nature.com/articles/s41893-021-00842-z
Globale Verteilung von CO2-Emissionen und CO2-Fußabdrücken. Abb. 3 aus https://www.nature.com/articles/s41893-021-00842-z

Bruckner, B., Hubacek, K., Shan, Y., Zhong, H., & Feng, K. (2022). Impacts of poverty alleviation on national and global carbon emissions. Nature Sustainability. https://doi.org/10.1038/s41893-021-00842-z Tandon, A. (2022, Februar 14).

Eradicating ‘extreme poverty’ would raise global emissions by less than 1%. Carbon Brief. https://www.carbonbrief.org/eradicating-extreme-poverty-would-raise-global-emissions-by-less-than-1

Zahlen zur ökologischen Ausbeutung des globalen Südens durch den Norden

Eine neue Studie beziffert, wieviel materielle Güter und wieviel Arbeit ohne adäquate Gegenleistung von den Ländern des globalen Südens in den Norden fließen. Würden die Länder des Nordens für Rohstoffe, Produkte und geleistete Arbeit adäquat zahlen, müssten im Jahr ca. 10 Billionen (eine Billion sind 1000 Milliarden) US-Dollar in den Süden gehen. Dieser Betrag entspricht grob dem Überkonsum, der eine Hauptursache der globalen Erhitzung ist. Im Jahr 2015 bezog der Norden 43% der verbrauchten Ressourcen aus dem Süden. Der ungerechte Austausch ist ein Hauptgrund für Unterentwicklung und Ungleichheit.

Hickel, J., Dorninger, C., Wieland, H., & Suwandi, I. (2022). Imperialist appropriation in the world economy: Drain from the global South through unequal exchange, 1990–2015. Global Environmental Change, 73, 102467. https://doi.org/10.1016/j.gloenvcha.2022.102467

Finanzierung der Klimakatastrophe durch europäische Banken

Im vergangenen Jahr haben europäische Banken Unternehmen, die die Ausweitung der Öl- und Gasproduktion planen, mit 55 Milliarden Dollar finanziert – im Widerspruch zu den Zielen der Internationalen Enrgie-Agentur und auch den offiziellen Aussagen der Banken. Der Betrag war zwar niedriger als in den Vorjahren, aber höher als 2017 und 2018.

Hintergrund: Der Bericht „Banking on Climate Chaos“ hatte schon 2021 gezeigt, dass die 60 größten Banken der Welt allein in den ersten fünf Jahren nach dem Pariser Abkommen 3,8 Billionen Dollar in fossile Brennstoffe investiert haben.

Europas Banken stecken 55 Milliarden Euro in Öl- und Gasförderung. DER STANDARD. Abgerufen 28. Februar 2022, von https://www.derstandard.at/story/2000133359586/europas-banken-stecken-55-milliarden-euro-in-oel-und-gasfoerderung Lerin, X., Shields, K., & Martin, J. (2022). Oil & gas expansion A lose-lose bet for banks and their investors. Share Action. https://api.shareaction.org/resources/reports/Oil-Gas-Expansion-lose-lose.pdf

60 Largest Banks Invested $3.8 Trillion Into Fossil Fuels in the Five Years After Paris Climate Deal, Report Finds. (2021, März 24). Morning Consult. https://morningconsult.com/2021/03/24/banks-fossil-fuels-financing-report/ Banking on Climate Chaos. (2021). Rain Forest Action Network u.a. https://www.ran.org/wp-content/uploads/2021/03/Banking-on-Climate-Chaos-2021.pdf

Anpassung an Erhitzung in Afrika kostet erhebliche Teile des Bruttosozialprodukts

Die afrikanischen Länder sind gewzungen, erhebliche Teile ihres Bruttosozialprodukts für die Anpassung an die globale Erhitzung auszugeben. Ein Bericht der Organisation PowerShift Africa ergibt, dass die Regierungen afrikanischer Länder davon ausgehen, bald ca. 4% des Bruttosozialprodukts für die Adaptations-Maßnagmen zu benötigen.

ADAPT OR DIE: An analysis of African climate adaptation strategies. (2022). PowerShift Africa. https://powershiftafrica.org/storage/publications/Adapt_or_Die_Final_1645869924.pdf

Harvey, F., & correspondent, F. H. E. (2022, Februar 26). African countries spending billions to cope with climate crisis. The Guardian. https://www.theguardian.com/environment/2022/feb/26/african-countries-spending-billions-to-cope-with-climate-crisis

Dürre in Marokko

Marokko durchlebt eine der schlimmsten Dürren seiner Geschichte. Die Niederschläge sind um 64% niedriger als im Durchschnitt. Regenfälle haben schon in den vergangenen deutlich abgenommen.

Eljechtimi, A. (2022, Februar 19). „Catastrophic“ Moroccan drought to boost import, subsidy costs. Reuters. https://www.reuters.com/business/environment/catastrophic-moroccan-drought-boost-import-subsidy-costs-2022-02-18/

Waldbrände auch in Argentinien

In der Region Corrientes haben Waldbrände über 300.000 Hektar Land zerstört. Der Standard berichtet darüber in einem Video.

Müller, A., & Ayham, Y. (o. J.). Waldbrände in Argentinien: „Habe so etwas noch nie gesehen“—Video—DerStandard.at › Video. Abgerufen 28. Februar 2022, von https://www.derstandard.at/story/2000133285896/waldbraende-in-argentinien-so-etwas-noch-nie-gesehen?ref=rss

Extremtemperaturen in den Ozeanen bereits seit 2014 normal

Schon seit 2014 sind extrem hohe Temperaturen in der Häfte der Weltmeere der Normalzustand. Über 50% des Jahres herrschen dort Temperature, die vor 1920 höchsten an einem von 50 Tagen erreicht wurden. Die Ozeane nehmen den größtenteil der menschgemachten globalen Erhitzung auf. Sie haben sich bereits auf Dauer eingreifend verändert.

Carrington, D., & editor, D. C. E. (2022, Februar 1). Extreme heat in oceans ‘passed point of no return’ in 2014. The Guardian. https://www.theguardian.com/environment/2022/feb/01/extreme-heat-oceans-passed-point-of-no-return-high-temperatures-wildlife-seas Tanaka, K. R., & Van Houtan, K. S. (2022). The recent normalization of historical marine heat extremes. PLOS Climate, 1(2), e0000007. https://doi.org/10.1371/journal.pclm.0000007

Verlust des antarktischen Meer-Eises

Der Verlust des antarktischen Meer-Eises schreitet weiter voran. Die augenblicklichen Werte entsprechen denen des Jahres 2012, in dem der bisherige Negativ-Rekord verzeichnet wurde.

Ausdehnung des antarktischen Meereises im Januar und Februar 2022. Chart generiert mit https://nsidc.org/arcticseaicenews/charctic-interactive-sea-ice-graph/
Ausdehnung des antarktischen Meereises im Januar und Februar 2022. Chart generiert mit https://nsidc.org/arcticseaicenews/charctic-interactive-sea-ice-graph/

Charctic Interactive Sea Ice Graph | Arctic Sea Ice News and Analysis. (o. J.). Abgerufen 28. Februar 2022, von https://nsidc.org/arcticseaicenews/charctic-interactive-sea-ice-graph/

Drama im Festspielhaus: Extinction Rebellion stört Event und verleiht Preis für Täuschung der Öffentlichkeit

Drama im Festspielhaus: Extinction Rebellion stört Event und verleiht Preis für Täuschung der Öffentlichkeit

Diese Seite berichtet über eine Aktion von Extinction Rebellion, bei der das e5-Event im Bregenzer Festspielhaus gestört wurde, um auf das Thema Greenwashing und das umstrittene Bauvorhaben „Tunnelspinne“ in Feldkirch aufmerksam zu machen. Mit einer satirischen Preisverleihung kritisiert die Bewegung die Stadt Feldkirch für ihre widersprüchliche Haltung in Bezug auf Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung. Die Seite enthält Details zur Aktion, Zitate von Aktivisten und Hintergrundinformationen zur e5-Zertifizierung und dem Projekt „Tunnelspinne“.

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EILMELDUNG: Protest in Feldkirch wächst – Großeltern leisten zivilen Ungehorsam für Kinder und Enkel

Diese Seite informiert über den mutigen Protest der Großeltern und Eltern in Feldkirch, die sich, unterstützt von Extinction Rebellion Vorarlberg, gegen das Projekt „Tunnelspinne“ und für den Klimaschutz einsetzen. Barbara Feurstein, eine der protestierenden Großmütter, betont die Dringlichkeit des globalen Klimanotstands und die Notwendigkeit, alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um die weitere Erwärmung unseres Planeten zu stoppen. Die Seite bietet Informationen darüber, wie Sie den Protest unterstützen und sich über die Initiative „Mobilitätswende-jetzt“ informieren können.

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Extinction Rebellion setzt friedlichen Protest gegen Tunnelspinne fort

Diese Seite informiert über die friedlichen Protestaktionen von Extinction Rebellion Vorarlberg gegen das umstrittene Tunnelspinne-Projekt. Lesen Sie mehr über die Beweggründe der Aktivist:innen, ihre Forderungen an die Politik und wie Sie sich beteiligen können. Finden Sie Bildmaterial und Pressekontakte für weitere Informationen und Berichterstattung.

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