Same procedure as every month, Wallner: Extinction Rebellion wieder in Bregenz – nun mit Protest vor der Hypo-Bank.

von Apr. 10, 2024Allgemein, Pressemitteilungen

Bregenz, Hypo Vorarlberg, 10.04.24 – 12:30. Seit Juli 2023 protestieren Klimaaktivist:innen im Rahmen der Sitzungen des Vorarlberger Landtags gegen das umstrittene Bauvorhaben der Tunnelspinne. So auch diesen Mittwoch. Sie hissten dazu ein Banner im Design der Hypo-Bank, die zuletzt wegen eines Finanzskandals in den Medien stand, beschmierten die Fassade des Finanzinstituts mit Farbe und nahmen erstmals Landeshauptmann Wallner persönlich ins Zentrum ihrer Kritik.

„Tunnelspinne, S18, Hypo-Skandal – Wie viele Steuern noch in Wallners schwarzes Loch?“ – So prangert Extinction Rebellion auf ihrem Banner den aktuellen politischen Kurs des Landeshauptmanns an. „Die geplante Tunnelspinne hat erhebliche Auswirkungen auf Treibhausgasemissionen und die Klimakatastrophe. Sie ist aber nicht zuletzt auch finanziell ein Fass ohne Boden. Landeshauptmann Wallner beharrt auf Plänen, die vor Jahrzehnten gemacht wurden. Aus heutiger Sicht ist das Projekt weder finanziell noch ökologisch tragbar. Im Zusammenhang mit dem Hypo-Skandal wird für uns deutlich: Hier werden weitere Steuern in die Zerstörung unserer Zukunft investiert – anstatt beispielsweise eine sozial gerechte Verkehrswende voranzubringen“, erklärt Johannes Juritsch, Elektroingenieur (hat heute Geburtstag) von Extinction Rebellion.

Klimagerechtigkeitsbewegungen weltweit – und nun auch in Vorarlberg – nehmen die Kritik an Banken sowie privaten Kreditgeber:innen und Investor:innen in der Klimakrise immer stärker in ihre Kampagnen mit auf. Investitionen in fossile Energien, neokoloniale Strukturen im Finanzsystem und die Mechanismen von Verschuldung und Ausbeutung insbesondere von Ländern des globalen Südens sind eng gekoppelt an kapitalistische Wachstumsideologien und die globale Erhitzung. Diese Praktiken müssen daher grundlegend aufgearbeitet und gestoppt werden, heißt es in einer Aussendung des österreichischen Ablegers von Extinction Rebellion.

„Der Hypo-Skandal ist für uns Anlass, den Finger in die Wunde zu legen und Wallner aufzufordern, endlich seiner Pflicht nachzukommen: Verantwortungsvolle Politik betreiben, die unsere Lebensgrundlagen und die der nachfolgenden Generationen sichert und nicht zerstört“, sagt Martina Eisendle von Extinction Rebellion und ergänzt: „Wir stehen hier, weil wir uns miserable politische Entscheidungen, Steuergeldverschwendung und Korruption einfach nicht mehr leisten können – und keine Politiker, die sich den Banken mehr als der eigenen Bevölkerung verpflichtet sehen. Wir brauchen jetzt radikale Maßnahmen im Klimaschutz, wenn wir als Gesellschaft überleben wollen.“

Bei Kreditvergaben an Réne Benko dürfte die Hypo Bank Vorarlberg gegen 131 Millionen Euro verloren haben. Die Folge waren ein Aufschrei durch die Vorarlberger Bevölkerung und scharfe Kritik an Landeshauptmann Wallner, der als Finanzreferent sowie als Eigentümervertreter eng in die Geschäfte der Hypo eingebunden ist. „Die Hypo verliert 131 Millionen und Vorarlberg schreit auf. Wird mitten in der Klimakrise ein Strassentunnel für mindestens 300 Millionen gebaut, ist das ebenso ein Skandal!“, erklärt Christian Alther den Protest in Bregenz. Hinzu kommt, dass andere vergleichbare Tunnelprojekte die geschätzten Kosten weit übertroffen haben. Der Brenner-Basistunnel beispielweise wird die Kostenschätzung um bis zu eine Milliarde übertreffen. 

Weitere Artikel

Präsident Biden’s Klimagipfel und die US-Klimapolitik

Die Klimapolitik der neuen Regierung ist eine radikale Abkehr von der Linie unter dem Klimaleugner Trump. Die meisten Beobachter*innen stimmen darin überein, dass sie sie für ernstgemeint halten. Es ist ebenfalls deutlich, dass die Maßnahmen der Biden-Administration bei weitem nicht ausreichen, das 1,5°-Ziel zu erreichen, und dass ihre...

Hungerstreik am Heldenplatz: Unterstützt Martha und Howey Ou!

In Lausanne haben Howey Ou und weitere AktivistInnen am 21.5. einen internationalen. Hungerstreik gegen Ökozide begonnen. Unsere Aktivistin Martha hat sich diesem Streik am 31.5. angeschlossen. Auch hier geht die Naturzerstörung ungebremst weiter. Die Stadt Wien will mit dem Lobau-Tunnel den Ausbau des fossilen Verkehrs weiter vorantreiben und...

Wir müssen sofort handeln! – Teil 2 des 6. Berichts des Weltklimarats

"Die kumulierten wissenschaftlichen Beweise sind eindeutig: Der Klimawandel ist eine Bedrohung für das menschliche Wohlbefinden und die Gesundheit des Planeten. Jede weitere Verzögerung bei konzertierten, vorausschauenden globalen Maßnahmen zur Anpassung und Abschwächung wird ein kurzes und sich schnell schließendes Zeitfenster verpassen, um eine...

Die COP28 ist gescheitert – und Österreich war daran beteiligt

Die Ergebnisse der COP28 haben alle enttäuscht, die für ein Ende der globalen Erhitzung kämpfen. Wie die meisten Klima-COPs der vergangenen 30 Jahre war die Konferenz ein Fehlschlag. Kleine Fortschritte bei Nebenthemen lenken davon ab, dass in den kommenden Jahren noch mehr Kohle, Öl und Gas gefördert und verbrannt werden dürfen. Es gibt keine...

Unterwegs zur Hothouse Earth: Mit den Gletschern zerstören wir unsere Lebensgrundlagen

Für das Leben auf der Erde spielen die Gletscher eine entscheidende Rolle: Sie regulieren den Meeresspiegel.Sie sind ein Zwischenspeicher für Niederschläge und sorgen dafür, dass große Gebiete kontinuierlich bewässert werden. Durch die Erwärmung der Erde schmelzen die Gletscher. Der Meeresspiegel steigt. Küstennahe Gebiete werden überflutet....

Der Bericht des Klimarats der Bürgerinnen und Bürger aus der Sicht von XR Austria

Gestern hat der Klimarat der Bürgerinnen und Bürger der Bundesregierung seine Empfehlungen übergeben. Sie wurden in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Empfehlungen sind in einem Bericht (PDF) enthalten, der auch ausführlich über die Arbeit des Klimarats informiert. Wir haben bei Extinction Rebellion Österreich in der Gruppe...

Extinction Rebellion setzt friedlichen Protest gegen Tunnelspinne fort

Diese Seite informiert über die friedlichen Protestaktionen von Extinction Rebellion Vorarlberg gegen das umstrittene Tunnelspinne-Projekt. Lesen Sie mehr über die Beweggründe der Aktivist:innen, ihre Forderungen an die Politik und wie Sie sich beteiligen können. Finden Sie Bildmaterial und Pressekontakte für weitere Informationen und Berichterstattung.

Pressekonferenz zum Thema: Verbindlicher Bürger*innenrat “Österreichs Weg zu Netto-Null Treibhausgasemissionen“ am 23.09.2020 in Wien

Der jahrzehntelange Stillstand beim umfassenden Ausstieg aus fossiler Energie und die zunehmende Dringlichkeit der Lage zeigen, dass wir eine andere Strategie brauchen, um die notwendigen Schritte zur Klimaneutralität zu gehen. Die entschiedenen Schritte des “Convention Citoyenne pour le Climat” in Frankreich und deren umgehende Umsetzung hingegen zeigen den Weg: Verbindliche Bürger*innenräte. In einem österreichischen Klima-Bürger*innenrat werden die gelosten Bürger*innen umfassend ausreichend informiert, entscheiden sich dann für ein Klimaziel und erarbeiten klare Massnahmen, wie dieses Ziel umgesetzt werden kann. Mit einer klar definierten Verbindlichkeit kommen die Maßnahmen umgehend in die Umsetzung.

Alle Infos zur Rebellion der Tropfen – Start 17.05.2021

Anstelle von wenigen konzentrierten Massenaktionen in Wien wollen wir viele dezentrale Aktionen in kleinen Gruppen machen. Wir nennen die neue Strategie „Rebellion der Tropfen“ und sehen sie als Vorbereitung der nächsten Rebellion im Herbst, wo die vielen Tropfen zu einer großen Welle werden. Die Planungsteams für diese Welle arbeiten weiter und suchen weiter nach tatkräftiger Unterstützung.

Schubumkehr, nicht Kurskorrektur! – Warum wir die Stadtstrasse mit zivilem Ungehorsam verhindern müssen

Österreich hat seine selbstgesetzten und gesetzlich vorgeschriebenen Klimazielen bisher in jedem Jahr drastisch verfehlt. Und mit diesen Klimazielen sind Österreich und die EU noch weit von einem 1,5°-Pfad entfernt. Die Hauptursache für die hohen Emissionen Österreichs ist der Verkehr, und hier der individuelle Autoverkehr. Jede Wienerin und...