Biodiversität gehört ins Regierungsprogramm – Protestaktion vor den Parteizentralen von ÖVP, SPÖ und NEOS

von Dez. 12, 2024Pressemitteilungen

Wien, 11.12.2024 11:30: In die laufenden Regierungsverhandlungen brachte sich heute Vormittag eine Abordnung der bedrohten Tierarten Österreichs ein: Mit Tiermasken und als stereotypisch dargestellte Lobbyist:innen verkleidet wies die Umweltorganisation Extinction Rebellion Österreich, „die Verhandler:innen auf ihre große Verantwortung in einer kritischen Zeit des Artensterbens“ hin.

Die als Fisch verkleidete Dr. Silvia Zips zitiert das Umweltbundesamt: “In Österreich sind mehr als die Hälfte aller Amphibien und Reptilien stark gefährdet, knapp die Hälfte aller Fische und ein Drittel aller Vögel und Säugetiere.” (1)

Eine klare öffentliche Stellungnahme zur österreichischen Biodiversität im Regierungsprogramm forderte der „Lobbyist“ Heinz Wittenbrink: „Wird die nächste Regierung in dieser Notsituation endlich Straßenbauprojekte wie die Ostumfahrung Wiener Neustadt, die Lobauautobahn oder die Tunnelspinne in Feldkirch stoppen?

“Der österreichische Biodiversitätsrat fordert seit Jahren, den Biodiversitätsnotstand auszurufen und die Erhaltung der Biodiversität als politisches Thema mit hoher Priorität zu behandeln“, erläutert der Ökologe Prof. Franz Essl von der Universität Wien in einem schriftlichen Statement. „Ich bin froh, dass Extinction Rebellion diese Forderung aufgegriffen hat und ihr öffentlich Nachdruck verleiht. Es ist wichtig, dass die kommende Regierung den Schutz unserer Lebensgrundlagen im Regierungsprogramm verankert und ambitioniert umsetzt. Wenn es, wie von den AktivistInnen gefordert, zu Gesprächen darüber mit den Parteien kommt, unterstütze ich diese gerne fachlich und nehme ich auch gerne daran teil.“

Die ÖVP verschloss angesichts der Aktivist*innen mit Tiermasken die Tür der Parteizentrale in der Lichtenfelsgasse und rief die Polizei. Die Ordnungskräfte eskortierten den Zug zu den Parteizentralen der SPÖ in der Löwelstraße und der Neos am Heumarkt. Dort überreichten die als Lobbyist*innen eingekleideten Aktivist*innen die 5 Forderungen des österreichischen Biodiversitätsrates von 2023.

Die fröhliche und zugleich ernste Aktion bot den zahlreichen Schaulustigen originelle Fotomotive und knüpfte bewusst an die vor 40 Jahren stattgefundene „Pressekonferenz der Tiere“ und Erich Kästners vor 75 Jahren erschienenen Roman „Die Konferenz der Tiere“ an.

(1) Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.at/umweltthemen/naturschutz/rotelisten/rote-listen-gefaehrdeter-tierarten

Letzte Generation beendet Proteste in Österreich – wir machen weiter

Letzte Generation beendet Proteste in Österreich – wir machen weiter

Statement von Extinction Rebellion Österreich zum Ende der Proteste der Letzten Generation

Die Letzte Generation Österreich hat heute das Ende ihre Proteste verkündet. Wir waren und sind solidarisch mit den Menschen der Letzten Generation, verstehen den konsequenten Schritt, den sie gegangen sind und danken den Menschen, die unter schwierigen Bedingungen große Opfer gebracht haben, um die Menschen vor der Klimakatastrophe zu schützen. Wir fühlen die Frustration der letzten Generation gegenüber einer ignoranten und gemeingefährlichen Politik und die Traurigkeit über die Apathie in großen Teilen der Gesellschaft.

Extinction Rebellion wird weitermachen, auch mit Protesten gewaltfreien zivilen Ungehorsams in vielfältigen Aktionsformaten. Wir werden den Protest weiterhin zu Entschiedungsträger:innen und Verursacher:innen der eskalierenden Klimakrise tragen.

Auf die Frage, ob wir nun die Aktivist:innen der Letzten Generation aufnehmen werden, antworten wir: Ob das eine Option ist, liegt zunächst ja bei den Menschen der Letzten Generation. Wir werden sicher viele Gespräche führen und sind offen für neue Verbindungen und Ideen. Wir sehen uns grundsätzlich als Teil einer gemeinsamen Klimabewegung, die verschiedene Ansätzen hat, aber das Gleiche will. Wo wir kooperieren können, werden wir kooperieren.

Klimaprotestgruppen blockieren Linz erneut: Letzte Generation und Extinction Rebellion in erneutem Protest gegen umstrittenes A26-Projekt

Klimaprotestgruppen blockieren Linz erneut: Letzte Generation und Extinction Rebellion in erneutem Protest gegen umstrittenes A26-Projekt

Nach der gestrigen Blockade der Waldeggstraße blockierten heute am Dienstagmorgen gleich zwei Klimaprotestgruppen (Extinction Rebellion (XR) und die Letzte Generation) erneut mehrere zentrale Verkehrswege in Linz. Diesmal wurden an den Bimstationen entlang die Wienerstraße stadteinwärts an folgenden Orten blockiert: Turmstraße, Herz Jesu, Wifi, Union Kreuzung und Neue Welt. Beginn der Aktion war um 6:30 Uhr. Die Proteste fanden an insgesamt fünf zentralen Orten statt, wobei eine Gruppe Leuchtwesten und Banner trug, die andere ein Holzgerüst und weitere Utensilien als Blockadeelemente verwendete. Die Botschaften auf den Bannern lauteten unter anderem „Verkehrschaos in der Stadt wird bald normal“ und „Smells like A26 Stau“.

Protest in Linz – Millardengrab A26 in Linz wird doppelt so teuer und gefährdet Gesundheit und Zukunft der Menschen

Protest in Linz – Millardengrab A26 in Linz wird doppelt so teuer und gefährdet Gesundheit und Zukunft der Menschen

Am Montagmorgen blockierte die Klimabewegung Extinction Rebellion (XR) unangemeldet die Waldeggstraße in Linz. Es wird mit mehreren Festnahmen gerechnet. Der Protest richtete sich gegen den geplanten Bau der A26. Mit einem großen Holzgerüst, auf das eine Person kletterte, wurde die halbe Fahrbahn blockiert. Zusätzlich ketteten sich mehrere Menschen am Boden daran fest. Auf Bannern war zu lesen: „Hier wird Ihre Zukunft verbaut“ und „Smells like A26 Stau“.

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