Banneraktion auf Dornbirner Kirchturm: Extinction Rebellion kritisiert Sozialabbau durch Landeshauptmann Wallner

von Dez. 20, 2025Pressemitteilungen

Banneraktion auf Dornbirner Kirchturm: Extinction Rebellion kritisiert Sozialabbau durch Landeshauptmann Wallner

Dornbirn, 20. Dezember 2025: In luftiger Höhe hat Extinction Rebellion Vorarlberg heute ihre Kritik an der aus ihrer Sicht zutiefst ungerechten Budgetpolitik der Landesregierung für alle Besucher*innen des Weihnachtsmarktes und der Dornbirner Innenstadt sichtbar gemacht. Das großformatige Banner, das von Kletteraktivist*innen am Baugerüst des Kirchturmes befestigt wurde, machte auf die geplanten Sparmaßnahmen im sozialen Bereich aufmerksam und kritisierte im gleichen Zuge die hohen Investitionen in Straßenbauprojekte.

XR-Banner am Dornbirner Kirchturm

Aktionen in Feldkirch und Dornbirn

Im Vorfeld der Kletteraktion wurden in Feldkirch bereits am frühen Samstagmorgen einige Banner mit Aufschriften gegen die im Bau befindliche Tunnelspinne aufgehängt. Auf dem Marktplatz in Dornbirn verteilten Aktivist*innen mittags dann Informationen über die politischen Hintergründe ihrer Protestaktionen.

„Vorarlberg steht vor großen Herausforderungen: Inflation, steigende Lebenshaltungskosten, soziale Unsicherheit und eine eskalierende Klimakrise. Doch anstatt dort zu investieren, wo Menschen Unterstützung brauchen, kürzt die Landesregierung in den sowieso bereits unterfinanzierten Bereichen und betoniert gleichzeitig unsere Zukunft mit Straßenbauprojekten zu.“, kritisiert Lester Soyza, ehemaliger Leiter Caritas UMF Haus Amos Bregenz, 65, von Extinction Rebellion.

Budgetkrise oder Prioritätenkrise? Extinction Rebellion erhebt schwere Vorwürfe

Besonders im Fokus der Aktion steht Landeshauptmann Markus Wallner. Die Aktivist*innen werfen ihm vor, persönliche politische Prioritäten, die nicht mit den Klimazielen vereinbar sind, über Klima-, Sozial- und Generationengerechtigkeit zu stellen. Mit ihrer Kritik stehen die Klimaaktivist*innen nicht alleine da: Auch die Arbeiterkammer Vorarlberg bemängelt den autoritären Führungsstil Wallners und seine geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheits- und Sozialbereich, während die Grünen dieses Vorhaben als „Sparen mit Scheuklappen“ verurteilten [1,2].

„Die Tunnelspinne, ein völlig aus der Zeit gefallenes Projekt, darf Millionen Steuergelder verschlingen, während bei Geburtenstationen, dem Vorarlberger Kinderdorf und Sozial- und Gesundheitsdiensten „gespart“ wird. Das ist kein Sparen, das ist ungehemmter Sozialabbau, der Folgekosten verursachen wird.“, so Martina Eisendle, Extinction Rebellion.

Großprojekte wie der Stadttunnel Feldkirch oder die S18 seien „fossiler Luxus“: Projekte mit Baukosten in drei bis vierstelliger Millionenhöhe, enormem Bodenverbrauch und massiven Folgekosten für Klima, Umwelt und Gesundheit. „Ein solches Projekt dürfte gar nicht gebaut werden, wenn das Ziel, die Klimakrise einzudämmen, ernst genommen werden würde“, heißt es in der Presseaussendung weiter.

Keine Lobby, kein Geld – Bei den Schwächsten sparen hat Tradition

Extinction Rebellion kritisiert zudem die politische Heuchelei der Entscheidungsträger:innen und moniert, dass es kein Zufall sei, dass bei Kindern, Familien, Pflegebedürftigen und Menschen mit geringem Einkommen gespart und gleichzeitig Politik für lobbystarke Überreiche und die Industrie gemacht werde. Die aktuellen Sparmaßnahmen würden soziale Ungleichheit verschärfen und jene Krisen verstärken, für die rechte und konservative Kräfte im Nachgang marginalisierte Gruppen verantwortlich machen. 

„Das ist ein perfider Deal: Zukunftschancen kürzen, Solidarität abbauen und dafür fossile Verkehrsprojekte privilegieren“, so Extinction Rebellion. „Damit wurden die Prioritäten klar gesetzt. Und sie liegen leider nicht bei dem hart arbeitenden Personal im Gesundheits- und Pflegesystem oder in anderen sozialen Bereichen.“

Extinction Rebellion fordert mit ihrer Aktion ein sofortiges Umdenken: Investitionen in soziale Sicherheit, Gesundheitsversorgung, Kinder- und Jugendarbeit sowie in klimafreundliche Mobilität statt weiterer Milliarden für fossile Prestigeprojekte.

[Extinction Rebellion Vorarlberg ist eine Grassroots-Bewegung, die sich für intersektionale Klimagerechtigkeit einsetzt.]

Quellen: 

[1] https://www.vol.at/ak-praesident-heinzle-kritisiert-sparmassnahmen-der-landesregierung-scharf/9788384

[2] https://vorarlberg.gruene.at/news/sparen-mit-scheuklappen/#main

Letzte Generation beendet Proteste in Österreich – wir machen weiter

Letzte Generation beendet Proteste in Österreich – wir machen weiter

Statement von Extinction Rebellion Österreich zum Ende der Proteste der Letzten Generation

Die Letzte Generation Österreich hat heute das Ende ihre Proteste verkündet. Wir waren und sind solidarisch mit den Menschen der Letzten Generation, verstehen den konsequenten Schritt, den sie gegangen sind und danken den Menschen, die unter schwierigen Bedingungen große Opfer gebracht haben, um die Menschen vor der Klimakatastrophe zu schützen. Wir fühlen die Frustration der letzten Generation gegenüber einer ignoranten und gemeingefährlichen Politik und die Traurigkeit über die Apathie in großen Teilen der Gesellschaft.

Extinction Rebellion wird weitermachen, auch mit Protesten gewaltfreien zivilen Ungehorsams in vielfältigen Aktionsformaten. Wir werden den Protest weiterhin zu Entschiedungsträger:innen und Verursacher:innen der eskalierenden Klimakrise tragen.

Auf die Frage, ob wir nun die Aktivist:innen der Letzten Generation aufnehmen werden, antworten wir: Ob das eine Option ist, liegt zunächst ja bei den Menschen der Letzten Generation. Wir werden sicher viele Gespräche führen und sind offen für neue Verbindungen und Ideen. Wir sehen uns grundsätzlich als Teil einer gemeinsamen Klimabewegung, die verschiedene Ansätzen hat, aber das Gleiche will. Wo wir kooperieren können, werden wir kooperieren.

Klimaprotestgruppen blockieren Linz erneut: Letzte Generation und Extinction Rebellion in erneutem Protest gegen umstrittenes A26-Projekt

Klimaprotestgruppen blockieren Linz erneut: Letzte Generation und Extinction Rebellion in erneutem Protest gegen umstrittenes A26-Projekt

Nach der gestrigen Blockade der Waldeggstraße blockierten heute am Dienstagmorgen gleich zwei Klimaprotestgruppen (Extinction Rebellion (XR) und die Letzte Generation) erneut mehrere zentrale Verkehrswege in Linz. Diesmal wurden an den Bimstationen entlang die Wienerstraße stadteinwärts an folgenden Orten blockiert: Turmstraße, Herz Jesu, Wifi, Union Kreuzung und Neue Welt. Beginn der Aktion war um 6:30 Uhr. Die Proteste fanden an insgesamt fünf zentralen Orten statt, wobei eine Gruppe Leuchtwesten und Banner trug, die andere ein Holzgerüst und weitere Utensilien als Blockadeelemente verwendete. Die Botschaften auf den Bannern lauteten unter anderem „Verkehrschaos in der Stadt wird bald normal“ und „Smells like A26 Stau“.

Protest in Linz – Millardengrab A26 in Linz wird doppelt so teuer und gefährdet Gesundheit und Zukunft der Menschen

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Am Montagmorgen blockierte die Klimabewegung Extinction Rebellion (XR) unangemeldet die Waldeggstraße in Linz. Es wird mit mehreren Festnahmen gerechnet. Der Protest richtete sich gegen den geplanten Bau der A26. Mit einem großen Holzgerüst, auf das eine Person kletterte, wurde die halbe Fahrbahn blockiert. Zusätzlich ketteten sich mehrere Menschen am Boden daran fest. Auf Bannern war zu lesen: „Hier wird Ihre Zukunft verbaut“ und „Smells like A26 Stau“.

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